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lernt mit der Familie - lernt in der Familie...

Integrationsschlüssel Sprache
 
Wir müssen bei den Eltern der Migranten für Ausbildung werben
und starten mit Deutsch lernen für unsere ausländischen Freunde

In der und mit der Familie lernen: 
Integration heißt auch PROPHYLAXE!Verschiedene Studien belegen, dass der Bildungserfolg in Deutschland stark durch die soziale Herkunft begünstigt wird. Besonders schlecht steht es um Jugendliche mit Migrationshintergrund. Jugendliche Migrantinnen stehen zwar schlechter da als ihre deutschen Mitschülerinnen, doch das Hauptproblem liegt bei den Jungs. Etwa 50 Prozent der jungen männlichen Migranten zwischen 20 und 29 Jahren haben keinen Schulabschluss. Das sind laut Bildungsbericht ca. 1,32 Millionen. Bei ihren deutschen Altersgenossen ist der Anteil der Schulabbrecher mit 15 Prozent wesentlich geringer.
 
Wenig Förderprogramme für männliche Migrantenkinder
Der Grund für die hohe Abbrecherquote liegt laut OECD–Migrationsexperten Thomas Liebig am niedrigen Bildungsniveau der Eltern aus der ersten Generation. Zudem haben die meisten Migrantenkinder keine Vorbilder in ihrer Familie, die ihnen Hilfestellung in der Schule oder bei der Vorbereitung auf das spätere Arbeitsleben geben können. Insbesondere sind Förderprogramme im Bereich Ausbildung, Selbstmarketing und Bewerbungscoaching denkbar.
 
Wirtschaft hofft auf Migranten
Den Unternehmen droht ein massiver Mangel an Fachkräften. Kinder von Einwanderern sollen die Lücke füllen. Doch deren Förderung wurde lange verschlafen.
 
Von Deutschlands Schulen kommt künftig immer weniger Nachwuchs - zugleich entscheidet sich ein wachsender Teil für ein Studium. Das bringt die duale Ausbildung in die Zwickmühle: Schon 2009 gab es teilweise nicht genug qualifizierte Bewerber am Lehrstellenmarkt, Tendenz massiv steigend. Es gibt nur einen Ausweg aus dem Dilemma: "Wir müssen das Reservoir der Migranten besser ausschöpfen", sagt Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger, Sondergesandter der Arbeitgeber und des BDI für Bildung.
 
Politik und Unternehmen haben das Thema lange vernachlässigt - die Migranten schneiden in den Schulen weit schlechter ab als ihre Kameraden. Jetzt drängt die Zeit: Schon 2015 fehlen nach einer Prognos-Studie fast drei Millionen Fachkräfte auf allen Ebenen. Die Partner des Ausbildungspaktes wollen daher mehr Migranten für eine Facharbeiterlaufbahn gewinnen. "Der Meister der Zukunft ist Türke", hat es Handwerkspräsident Otto Kentzler auf den Punkt gebracht. Doch bisher ist das nur ein frommer Wunsch.
 
Das Potenzial ist riesig: Fast jeder fünfte Bewohner Deutschlands hat einen Migrationshintergrund, Tendenz steigend. Unter den Kindern bis zehn Jahre ist es sogar ein Drittel, in den Industrieregionen des Westens mehr als 50 Prozent.
 
Bisher jedoch machen nur wenige Migranten-Kinder eine Lehre. Das gilt zumindest für die Ausländer, die knapp die Hälfte der gut 15 Millionen Migranten stellen. Hier beträgt die Ausbildungsquote gerade mal ein knappes Viertel, bei den Deutschen sind es fast 60 Prozent. Zur gesamten Gruppe der Migranten gibt es hier wie im gesamten Bildungsbereich keine Zahlen. Diese dürfte jedoch besser ausfallen, da Migranten mit deutschem Pass meist besser integriert sind.
 
In Zeiten der Lehrstellenkrise, als die Unternehmen noch aus dem Vollen schöpfen konnten, fielen viele Migranten wegen schlechterer Zeugnisse durch den Rost. Nach dem Mikrozensus haben 4,4 Prozent der Migranten zwischen 18 und 25 gar keinen Schulabschluss - unter Nicht-Migranten nur 1,6 Prozent. Bei den Zuwanderern der zweiten Generation ist die Kluft zumindest geringer: Hier haben nur gut zwei Prozent keinen Abschluss.
 
Das Problem beginnt im Kindergarten, den Migranten seltener besuchen, und der noch immer mangelhaften Sprachförderung in den Grundschulen. Danach trennen sich die Wege: Vor allem türkischstämmige Jugendliche und Aussiedler aus der Sowjetunion besuchen viel häufiger als andere die noch vorhandenen Hauptschulen.
 
Du kannst das auch!Am Ende gelten viele Migranten als "nicht ausbildungsfähig". Um das zu ändern, "stellen sich hier - neben der Sprachförderung - die gleichen Fragen wie bei Risikoschülern ohne Migrationshintergrund", sagt die Berufsbildungsexpertin des DIHK, Sybille von Obernitz. Nach Pisa sind fast 40 Prozent der Migranten sogenannte Risikoschüler, die auch mit 15 Jahren nur Grundschulniveau erreichen - doch auch unter Nicht-Migranten sind es 15 Prozent.
 
Die Länder haben gelobt, Migranten besser zu fördern. Nennenswerte Erfolge sind bisher jedoch nicht zu vermelden. Bei der Quote der Schulabbrecher ist die Tendenz leicht positiv. Vorreiter bei der Integration von Migranten sind im übrigen die freien Berufe: Sie weisen mit 7,7 Prozent die höchste Quote an ausländischen Azubis auf - vor allem bei Ärzten und Apothekern lernen viele Migrantinnen als Helferin.
 
Schwerer ist es im gewerblichen Bereich. Im Handwerk sind fünf Prozent der Azubis Ausländer, im Reich der IHK sogar nur 3,9 Prozent. Das liegt auch daran, dass die klassische deutsche duale Berufsausbildung bei Migranten nicht so hoch im Kurs steht, weil sie ihren Wert nicht erkennen, heißt es bei beiden Verbänden. Deshalb "brauchen wir dringend eine Elternkampagne, denn wenn wir die Eltern nicht vom Wert einer Ausbildung überzeugen, nützt alles andere wenig", sagt von Obernitz.
 
"Wir müssen bei den Eltern der Migranten für Ausbildung werben"
Umgekehrt bilden auch Migranten selbst nur unterdurchschnittlich aus. Die IHK Frankfurt spricht daher schon seit 2001 mit drei Sonderberatern gezielt Multiplikatoren an und hat so 4.000 Ausbildungsplätze dazugewonnen. "Es bringt viel mehr, wenn Türken oder Griechen selbst in ihrer Community für die duale Ausbildung werben", berichtet Geschäftsführerin Brigitte Scheuerle. Besonders begeistert ist sie etwa von der "türkischstämmigen Steuerberaterin, die heute bei all ihren Klienten für die duale Ausbildung trommelt".
 
Damit nicht genug: "Mittlerweile schulen wir sogar Imame zum deutschen Ausbildungssystem." All das reicht jedoch nicht, meint Scheuerle. "Was wir brauchen ist eine bundesweite Imagekampagne mit Migranten, die mit dualer Ausbildung Karriere gemacht haben."
 
view our demo...Von öffentlicher Seite bedeuten die fehlenden Kenntnisse zudem, dass viele Fördermaßnahmen, aber auch viele staatliche Regulierungen ihr Ziel bei Unternehmern mit Migrationshintergrund mangels Kenntnissen nicht erreichen. Wenn ein relevanter Anteil der Unternehmer grundlegende Normen des Steuer-, Umwelt- und Versicherungsrechts nicht kennt, geht Wirtschaftspolitik ins Leere. Wie soll gesellschaftlicher Wandel wirtschaftspolitisch begleitet und gestaltet werden, wenn viele Selbstständige von den Diskussionsprozessen in den traditionellen Strukturen abgeschnitten sind, die Diskussion in deutschen Medien nicht mitverfolgen (können) und die üblichen Informationsquellen wie Broschüren, Zeitungsanzeigen, etc. nicht nutzen (können)? Sprachförderung steht auch hier an erster Stelle, ist aber nicht alles. Es geht auch darum, Nischenökonomien dadurch zu integrieren, dass sich Selbstständige mit Migrationshintergrund als Teil der hiesigen Wirtschaftswelt verstehen und entsprechend informieren.
 
Fehlende Deutschkenntnisse sind Jobkiller
Bundesarbeitsgericht fällt Urteil: Mangelnde Deutschkenntnisse können den Arbeitsplatz kosten. Laut Bundesarbeitsgericht müssen Arbeitnehmer in der Lage sein, schriftliche Anweisungen zu lesen und zu verstehen. Kann ein Mitarbeiter das nicht, darf ihm gekündigt werden. Wenn er vorher ausreichend Gelegenheit hatte, die deutsche Sprache zu erlernen, ist das keine ethnische Diskriminierung.
 
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