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Streicheleinheiten braucht heute jeder Schüler - Ihrem Hund geben sie diese instiktiv
STREICHELEINHEITEN= MOTIVATION
 
Motivation und Leistung:
Aus alltäglichen Erfahrungen ist jedem bekannt, dass Menschen ohne äußerlich beobachtbare Gründe zu Leistungen bereit sind, andere dagegen brauchen erst einen äußeren Anstoß, um bestimmtes gewünschtes Verhalten zu zeigen. 
 
Der Lehrer* fragt sich oft, wie die mangelnde Motivation von Schülern zu erklären ist und wie er diese Schüler besser motivieren kann. 
 
Es kommt häufig vor, dass
  • Manche Schüler wiederholt unentschuldigt dem Unterricht fern bleiben
  • Manche Schüler dem Unterricht nicht folgen
  • Manche Schüler sich während des Unterrichts mit anderen Dingen beschäftigen
  • Manche Schüler sich während des Unterrichts mit anderen Schülern über Dinge unterhalten, die mit dem Unterricht nichts zu tun haben
Motivation ist zu einer Art Zauberwort geworden, mit dem wir – oder andere – glauben, alle Probleme des Unterrichts, des Lernens, der Schule ... lösen zu können. 
 
Die Schwierigkeit der Motivation aber liegt insbesondere darin, dass
  • das Verhalten des Einzelnen von einer Vielzahl unbewusster Faktoren beeinflusst wird
  • bei jedem Einzelnen durch dessen Entwicklungsprozess unterschiedliche Grundhaltungen und Grundmotive herausgebildet wurden
Daraus folgt, dass die Interessenlage jedes Einzelnen unterschiedlich ist, und eine ausreichende Kenntnis der Persönlichkeitsstruktur notwendig ist, um die Motivation im Einzelfall zu erkennen. 
 
Auch der Bereich der Motivationspsychologie ist so komplex, dass wissenschaftlich keine abschließenden Aussagen gemacht werden. Die folgenden Ausführungen greifen allerdings wichtige Aspekte auf, um Erklärungs- und Handlungshilfen für die unterrichtliche Praxis zu geben.
 
Motivation und Leistung: Begriffsbestimmungen
Motiv: 
 
Motivation: 
Aus Gründen der flüssigeren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen nur die männliche Form gewählt – ohne irgend eine Wertung
 
Der Motivationsprozess
Bedürfnis oder  Verhalten oder Handlung  Ziel oder
Spannung                                              Reiz
 
Befriedigung des Bedürfnisses
 
Bin ich ein Motivationsmotor?
  • Manipulation ist die Beeinflussung der Schüler nur zum Vorteil des Lehrers
  • Motivation ist die Beeinflussung der Schüler zum Vorteil aller: der Schüler, des Lehrers, der Schule ...
  • Die Entscheidung, ob Manipulation oder Motivation fällt immer die Klasse im Nachhinein
  • Überprüfen Sie dauernd, ob und wie oft sie motivieren
Selbstverantwortung = Verantwortung für die eigene Motivation
Autonomes und freiwilliges Handeln:  ein Wählen
Initiatives und engagiertes Handeln:  ein Wollen
Kreatives und schöpferisches Handeln: ein Antworten
 
Grundlegende Motive
Es gibt eine Reihe von Versuchen, grundlegende Motive des Menschen zu identifizieren. 
Die anschließend dargestellte Bedürfnispyramide von Maslow stellt eine Klassifikation von Bedürfnissen dar, in der die einzelnen Motive hierarchisch aufeinander aufbauen. Alltägliche Erfahrungen machen jedoch auch andere Klassifizierungen möglich.
 
wer bekommt mehr Streicheleinheiten, Haustiere oder Schüler?Bedürfnispyramide nach Maslow
 
Können Sie loben?
  • Jeder Schüler braucht „Streicheleinheiten“
  • Loben Sie öfter – aber immer ehrlich
  • Sie können nicht zu viel loben
  • Setzen Sie Lob gezielt ein
  • „Nicht vorgenommenes Lob ist vorenthaltener Lohn“
  • Wann haben Sie zuletzt gelobt?
  • „Ertappen“ Sie Ihre Schüler bei einer guten Leistung
  • die richtigen Worte finden
  • ziehen Sie keine lobenden Vergleiche mit Mitschülern
  • damit kein Neid aufkommt: Unter vier Augen loben
  • Lob hat auch Grenzen
  • Lob kann nicht immer gleich zu einer guten Note führen
Das Anerkennungsgespräch: eine Möglichkeit zur Schülermotivation
  • „Nicht ausgesprochenes Lob ist vorenthaltener Lohn“
  • Mit dem Körper positive Signale senden
  • Den Schüler öfters mit Namen anreden
  • Sechs Gesprächsphasen
  • Überprüfung des Gesprächsergebnisses
Hinweise für den Umgang mit nicht-motivierten Schülern
    1. Versuchen Sie herauszufinden
      • Welche Faktoren beim Schüler gegeben sind (er ist motiviert z.B. durch eigenen Vorteil und/oder eine kleine Gruppe)
      • Welche Faktoren fehlen (erhält keine Anerkennung, wird nicht gefordert)

               2.   Überlegen Sie

      • Welche Faktoren sich verändern lassen
    1. Stellen Sie einen konkreten Plan auf
      • Was wollen Sie wann genau tun (ganz konkret)?
      • Wann können Sie das Ergebnis überprüfen?

Faktoren der Motivation

Motivation ist von der Wahrscheinlichkeit abhängig, mit der der Schüler vermutet, das Ziel erreichen zu können. Hier spielen zwei Faktoren eine Rolle, der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe und die Erfahrung, die der Schüler hinsichtlich der Erreichbarkeit von Zielen gemacht hat. 

Eine Aufgabe, für deren Lösung sich der Schüler keine Chance ausrechnet (Übersetzung eines zu schwierigen Fremdsprachentextes) ist ebenso motivierend wie eine zu leichte Aufgabe (z.B. eine Rechenaufgabe aus der Grundschule bei einem Sekundarschüler), die keinen Anreiz mehr bietet. 
 
SCHWIERIGKEITSGRAD DER AUFGABE 

    Erfolgssuche und Misserfolgsvermeidung

    In jedem Menschen stecken zwei Motivstrukturen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sind: er kann motiviert sein, um Misserfolge zu vermeiden, oder er kann motiviert sein, um Erfolge zu haben. 

    Mit dieser Theorie ist weder eine positive noch negative Wertung bezüglich der Motivstruktur des Einzelnen verbunden. 

    Durch die unterschiedliche Ausprägung ist es jedoch möglich, vorauszusagen, dass für Personen, bei denen das Erfolgsmotiv stärker ist als das Motiv, Misserfolg zu vermeiden, mittelschwere Aufgaben motivierend sind. Und dass für Personen, deren Motiv Misserfolg zu vermeiden größer ist als ihr Erfolgsmotiv, leichte oder schwere Aufgaben motivierend sind, d.h. mittelschwere Aufgaben werden von ihnen gemieden.

    Die Kenntnis hierüber ist hilfreich bei der Verteilung von Aufgaben während des Unterrichts. 

    Motivierendes Lehrerverhalten

    • Loyalität
    • Fairness
    • Förderung des Schülers
    • Offenheit
    • Verschwiegenheit

    Motivationsübung

    Überlegen Sie sich Unterrichtsinhalte, für die es schwierig ist, eine angemessene Motivation zu finden. 

    Beschreiben Sie diesen Inhalt und überlegen Sie

    • Was kann unternommen werden, um einen Anreiz zu geben, der größere Anstrengungen und höhere Effektivität erreicht, ohne dabei eine zusätzliche Benotungsform zu schaffen,
    • Welche persönlichen Verhaltensweisen des Lehrers können zu besserer Motivation der Schüler führen.

    Merke: In der Diskussion der Unterrichtsinhalte mit anderen Lehrern, die dies von einem anderen Blickwinkel aus betrachten, entstehen oft die besten Ideen, um Verbesserungen einzuleiten. 

    Erkennen der wahren Motive des Einzelnen

    Nur durch genaues und umfassendes Beobachten über eine längere Zeit hinweg können die Motive eines Schülers herausgefunden werden: Sprechweise, Körpersprache, Inhalte, offene und verdeckte:

    • Mimik, Gestik, Körperhaltung und –bewegung sagen mehr über einen Menschen aus als das, was er sprachlich formuliert. Wenn verbale und nonverbale Signale nicht übereinstimmen, sollte der Lehrer dem Nichtsprachlichen mehr trauen.
    • Vergleiche und Beispiele. Oft spricht der Schüler über Einstellungen, Gefühle und Verhaltensweisen anderer Menschen und meint damit sich selbst.
    • Wichtige Nebenbemerkungen werden als scheinbar unwichtige Satzeinschübe formuliert, die u.U. das Wesentliche der Aussage enthalten.
    • Beobachtungen im Alltag. Der Lehrer kann zu gemachten Beobachtungen beim Unterricht subjektive Wertungen abgeben und auf eine erhebliche Reaktion hoffen.

Haben Sie eine positive Einstellung?

    • Denken Sie positiv!
    • Gehen Sie Ihren Unterricht positiv an!

Sind Sie ein Vorbild?

    • Lehrer wirkt als Multiplikator auf die Klasse
    • Die gleichen Ansprüche an sich selbst wie an die Klasse stellen
    • Stellen Sie hohe Anforderungen an Ihre Person
    • Selbstdisziplin
    • Erwartungshaltung der Klasse herausfinden

Haben Vorbilder Charisma?

    • Was ist ein Vorbild?
    • Was ist Charisma?
    • Was ist Motivation?
    • Kann ich Charisma lernen?
    • Was steckt dahinter?
    • Warum Vorbild sein?
    • Charisma – wodurch gestützt?
    • Der gerade Weg
    • Allmähliche Umwandlung
    • Entschließen Sie sich!

Bearbeiten Sie folgende Fragen und Aussagen: 

Bitte kreuzen Sie an, welche Eigenschaften/Verhaltensweisen Sie von Ihren Schülern erwarten:
Loyalität gegenüber der Schule.  
Verantwortungsbewusstes Handeln  
Lernbereitschaft  
Selbstkritisches Denken  
Fleiß  
Zielbewusstsein  
Selbstbewusstes Auftreten  
Ideenreichtum  
Positives Denken  
Teamfähigkeit  
Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen; sie beziehen sich auf den Zeitraum der letzten vier Wochen (evtl. Ihres Schulpraktikums)
Wie oft haben Sie etwas unternommen oder unterlassen, das Ihnen half, der Schule jedoch nicht?  
Haben Sie sich hinter Ihre Schüler gestellt, wenn von außen Kritik an ihnen geübt wurde?  
Wie oft haben Sie Schüler am Telefon belogen?  
Haben Sie einen Kommilitonen mutwillig geschnitten oder geärgert, weil Sie ihn nicht leiden können?  
Haben Sie sich um Vorgänge nicht gekümmert, um die Sie sich eigentlich hätten kümmern müssen?  
Wie oft haben Sie sich zum wiederholten Male etwas erklären lassen?  
 
Haben Sie sich und anderen Fehler eingestanden?
 
Erfüllten Sie regelmäßig den Tagesplan, den Sie sich erstellt hatten?  
Wie oft wurden Sie angemahnt oder erinnert, etwas Dringendes zu erledigen?  
Haben Sie Ihrem Betreuer die ganze (unangenehme) Wahrheit gesagt?  
Wie viele Verbesserungsvorschläge haben Sie gemacht?  
Wie oft haben Sie Ihre Schüler gelobt?  
Wie viele Sitzungen haben Sie gemeinsam mit Kollegen und/oder Schülern durchgeführt, um Lösungen für entstandene Probleme zu finden?  

Schauen Sie sich genau an, was Sie auf der einen Seite Ihren Schülern abverlangen, und was Sie auf der anderen Seite selbst tun: Die Fragen und Antworten mit der gleichen Kennzahl hängen zusammen. Wenn hier große Differenzen auftreten, ist es um Ihre Glaubwürdigkeit schlecht bestellt. Je mehr Ihre Worte und Ihr Handeln übereinstimmen, um so bessere und motivierte Schüler haben Sie, um so mehr nähern Sie sich auch der Vorbild-Funktion und dem Charisma. 

Meine tägliche Motivationspflege 

Sieben Herausforderungen an die Lehrer von heute

1.) Belastbarkeit
  • Die Belastungen Sind erheblich. Wer dazu neigt, in belastenden Situationen Migräne usw. zu bekommen, kann an heutigen Schulen nicht sehr glücklich sein.
2.) Jugendliche gern haben
  • D.h. vor allem, neugierig auf sie sein, sie nicht nur als „Mängelwesen“ sehen, sondern als Lernpartner
3.) Humor
  • Auf Distanz gehen können
  • Das, was man tut oder die Institution, in der man arbeitet, auch einfach komisch finden – denn das ist sie fraglos auch
  • Lachen können
4.) Von der Sache, die man vertritt, ergriffen sein
  • Von Deutsch, Französisch, Mathematik, Buchführung, Theater, der Klassenlehrerstunde usw. begeistert und erfüllt sein
  • Das Wichtigste, das es zu vermitteln gilt, heißt: Es lohnt sich, sich auf diese „Sache“ einzulassen
5.) Souveränität gegenüber dem eigenen Fach
  • Wissen, das die Fachsystematik einer historisch gewachsenen universitären Wissenschaft nicht mit dem identisch ist, worauf es in der Schule ankommt
6.) Sehr viel mehr vom Lernen verstehen, als in der „Normal“-Schule notwendig war
  • Wissen, wie unterschiedlich Menschen lernen
  • Wissen, wie der Lehrer Jugendlichen beim Lernen wirklich wirksam helfen kann
7.) Demokratie
  • Demokratie ist nicht nur eine Staatsform, sondern auch eine Lebensform
Bleiben Sie Mensch!
  • Lassen Sie Ihre Schüler fühlen, dass sie Menschen sind, und öffnen Sie sich für ihre persönlichen Belange. Ein guter Schüler wird es Ihnen danken.
  • Allerdings: Die Sozialfälle bleiben Ihnen auf jeden Fall erhalten.

Haben Sie rhetorische und dialektische Fähigkeiten?

  • Üben Sie sich in rhetorischen und dialektischen Fähigkeiten!
  • Streichen Sie Ihre Negativformulierungen und Minuswörter aus Ihrem Wortschatz.
  • Statt „Das sehe ich anders ...“ sagen Sie: „Das sehe ich folgendermaßen ...“
  • Statt (Minus-Mann) „Da haben Sie mich falsch verstanden ...“ sagen Sie (Plus-Mann): „Da habe ich mich undeutlich ausgedrückt ...“
  • Wer z.B. die Wörter „Einwand – Einspruch“ durch eine Frage ersetzt, schlägt die richtige Richtung ein.
  • Achten Sie also auf Ihre Sprache; denn hier kann Ihr Schüler auch Ihre innere Einstellung ablesen.

Können Sie aktiv zuhören?

  • Hören Sie aktiv zu! Dazu gehört , dass Sie ab und zu einmal mit dem Kopf nicken, auch ein „Ja“ oder „Da gebe ich Ihnen Recht“ an den Schüler, der redet, weiter geben.
  • Auch einen Verstärker können Sie einsetzen, indem Sie den letzten Teil des Satzes Ihres Schülers lediglich wiederholen. Sie werden erstaunt sein, wie er sich öffnet.

Strahlen Sie Sicherheit aus

  • Halten Sie möglichst viel Sichtkontakt zu Ihren Schülern
  • Sprechen Sie klar, deutlich und nicht zu leise
  • Setzen Sie positive Gestik oberhalb der Taille ein
  • Wählen Sie eine freundlich-positive, der Situation angemessene Mimik
  • ab in die Wüste und Kamele treiben...Zusatztipps
  • Beginn und Ende auswendig lernen
  • Standort überdenken
  • Aufrechte, gerade Körperhaltung

Spielerische Elemente unterstützen in hohem Maße die Motivation, denn wer positiv an die eigene Sache geht, verteilt auch gerne Streicheleinheiten!

  • In meiner mehr als zwanzigjährigen Tätigkeit als Ausbilder, habe ich niemals einen Auszubildenen gerade stehen lassen, wenn etwas schiefgelaufen ist. Ich habe immer erst bei mir den Fehler gesucht und dann reagiert. Somit gab es nie Stress und der beidseitige Erfolg war absehbar. Heute habe ich die Erkenntnis gewonnen, durch meinen schulpflichtigen Sohn, dass Lehrkräfte auf unsere Kinder losgelassen werden, die ich nicht einmal als Hilfsarbeiter einstellen würde. armes Deutschland...
  • Eine neue Studie der TU Dresden belegt, dass Hausaufgaben keinen nachweisbaren Einfluss auf die Schulnoten haben. Alles sei bloß ein pädagogisches Ritual, sagen die Experten. Viele Lehrer gaben frei heraus zu: "Bei drei Vierteln meiner Schüler bringen Hausaufgaben überhaupt nichts." Dabei sei es "fast schon empörend, dass Hausaufgaben von Lehrern einfach 'verschrieben' werden, in der Annahme, sie würden schon irgendeinen positiven Effekt haben." Das sind Lehrer die schon vorher aufgeben, weil diese unfähig sind den Schüler zu erreichen.

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